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ROSANA Ayurveda

Wenn wir Essen nicht vertragen

Unsere Verdauung im Fokus von Ayurveda

Die Liste war lang. Vieles konnte die junge Patientin nicht mehr essen, weil sie es „nicht mehr vertragen“ hat. Verschiedene Brotsorten gehörten dazu, aber auch Milchprodukte, zahlreiche Gemüse und Obstsorten, Schokolade, Gebäck, Schalentiere und Fisch und noch weitere Nahrungsmittel. Die zunehmenden Einschränkungen beim Essen führten zu massiven Qualitätseinbußen im täglichen Leben und schließlich in eine tiefe Krise, von früh bis spät drehten sich alle Gedanken nur noch um ein Thema: was kann ich denn überhaupt noch essen?

Ayurvedakur gegen Unverträglichkeit

3 Wochen und eine Ayurveda-Kur später war der „Spuk“ vorbei, die Unverträglichkeiten wie weggeblasen. Wie kann das sein?

Selbstverständlich war die Patientin zunächst in ärztlicher Behandlung, Unverträglichkeiten von Gluten (Kleber-Eiweiß im Getreide), Lactose (Milchzucker) und Fructose (Fruchtzucker) waren ausgeschlossen worden, ebenso eine Störung der Bauchspeicheldrüse (die zum Erliegen der Produktion verdauungswichtiger Enzyme führt). Verdachtsdiagnosen waren „Reizdarm“ oder „Depression“, auch eine Histamin-Unverträglichkeit war diskutiert worden (ohne dass eine entsprechende Diät einen Therapie-Effekt hatte).

Nicht immer verläuft eine Heilung der Unverträglichkeit unter ayurvedischer Therapie so eindrucksvoll! Viele Menschen leiden unter ähnlichen Symptomen:

• Blähungen und massive Gasbildung im Darm
• Müdigkeit und Abgeschlagenheit
• Schweregefühl im ganzen Körper
• Stimmungsschwankungen
• Schlafstörungen
• Verstopfung im Wechsel mit Durchfällen
• Klebriger und stark riechender Stuhl

Aus Sicht des Ayurveda spielen drei Faktoren eine wesentliche Rolle für das reibungslose Gelingen von Verdauung:

Konstitution als Zusammenwirken der Doshas
Agni, das „Verdauungsfeuer“
Ama, die Ablagerungen von „Schlacke“ und Toxinen

Stress erhöht unser Vata

Weil unser privates und berufliches Leben allenthalben von Stress geprägt ist nimmt unser Vata zu; oft fühlen wir das als Unzufriedenheit oder unterschwellige Wut. Vata steuert auch unser Verdauungsfeuer und wir können uns das Ergebnis eines gesteigerten und „aggressiven“ Vata bildlich so vorstellen: Die „Kerze“ des Agni wird ausgeblasen, das Feuer erlischt. Die aufgenommene Nahrung bleibt unverdaut liegen und es bilden sich in der Folge Toxine (Ama). Diese wiederum führen zu Symptomen und stören die adäquate Reaktion und Regulation zahlreicher Folgeprozesse des Stoffwechsles bis hin zu unserem Immunsystem. Beschwerden treten bevorzugt dort auf, wo wir in Abhängigkeit von unserer Konstitution individuelle Schwachstellen haben.

Was wie ein ziemlich schlichtes Verständnis-Modell wirkt ist tatsächlich auf tiefer Beobachtung und Erfahrung funktioneller Zusammenhänge gegründet. Unser „Life-Style“ weist innerhalb diese Modells nachvollziehbare Zusammenhänge mit seiner eigenen Störung und der Entwicklung von Krankheit auf. So verstanden kennt Ayurveda also auch psycho-somatische Reaktionsweisen.

Was folgt daraus? Am konkreten Beispiel der „Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten“ lässt sich der bio- ayurvedisch-logische Ausweg ableiten: Zur Kompensation des gesteigerten Vata sollte das Pitta stabilisiert werden. Wie das geht? Ayurveda kennt dafür im Rahmen seiner Kuren ganz verschiedene Arten von Ghee, darüber hinaus auch pflanzliche Arzneien und nicht zuletzt Regeln für eine geeignete Ernährung. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag!

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