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RoSana Interdisziplinär

Chronische Krankheiten heilen?

 

Es gibt keine einfache Antwort auf die Frage, warum Krankheiten chronisch werden! Vermutlich gibt es auch nicht nur einen Grund, sondern ganz verschiedene Ursachen in wechselnder Kombination. Die westliche universitäre Medizin hat den Vorteil, dass sie über ein sehr differenziertes Instrumentarium zur Diagnosestellung der verschiedensten chronischen Krankheiten verfügt ( z.B. Laborwerte, Röntgen, Kernspintomographie, Punktionen, feingewebliche und immunologische Untersuchungen ). Sie hat aber zwei wesentliche Nachteile: erstens berücksichtigt sie ausschließlich die objektiven Befunde und lässt alles andere unberücksichtigt, was nicht in ihr Konzept der Krankheitslehre passt (individuelles Befinden wird nur im Rahmen der psychosomatischen Medizin berücksichtigt). Und zweitens gilt bereits als Therapieerfolg, wenn Einzelsymptome verschwinden und sich Laborwerte normalisieren, selbst wenn das nur zum Preis einer lebenslänglichen, nebenwirkungsträchtigen Arzneitherapie erreichbar ist. Aber ist es wirklich ausreichend, Symptome zum Verschwinden zu bringen ohne die verschiedenen Gründe und den Boden für Krankwerden zu berücksichtigen?

Natürlich ist es ein wichtiger Teilerfolg, wenn die Entzündungsaktivität in einem Gelenk gedämpft und damit die Funktion dieses Gelenkes erhalten werden kann. Natürlich ist es wichtig, dass hohe Blutfettwerte als Risikofaktoren für Herzinfarkt oder Schlaganfall medikamentös erfolgreich reduziert werden können. Aber ist das, was die „Schulmedizin“ hier ohne Zweifel leistet die einzige Therapieoption?

In gewisser Weise ist es Willkür, wenn die universitäre Medizin nur ausgewählte objektive Befunde zur Definition von Krankheit und erforderlicher Therapie heranzieht, andere Befunde und Phänomene des individuellen Befindens in einer Krankheit aber gänzlich ausblendet. Das Resultat aus dieser system-immanenten Selbstbeschränkung kann logischerweise nur mehr oder weniger gutes Stückwerk sein! Sollte man sich aber damit zufrieden geben?

Die Halbwertszeit der Gültigkeit von Wissen im Bereich der ayurvedischen Medizin ist um Welten größer als diejenige mancher sogenannter „Gold-Standards“ der westlichen Medizin! Auch die Arzneimittelbilder der klassischen Homöopathie haben sich im Kern seit über 200 Jahren immer wieder bestätigt. Die funktionelle Anatomie des Menschen ist in der jüngeren Evolution annähernd gleich geblieben und bietet einem gut ausgebildeten Osteopathen die Grundlagen für sorgfältige Fehleranalyse und zielgerichtete Behandlung. Ayurveda und Homöopathie haben gemeinsam, dass sie in hohem Maße nicht nur den aktuellen Befund, sondern auch die zu Grunde liegende Konstitution samt ihrer „Sollbruchstellen“ wahr und ernst nehmen. Daraus resultiert, dass eine Behandlung auf einem viel soliderem Fundament steht, wenn sie diese zusätzlichen Quellen der Erkenntnis nutzt. Die Nachhaltigkeit einer Heilwirkung wird zudem größer, wenn sich Medizin nicht nur mit kurzfristigen Teilsiegen zufrieden gibt und bei Rückfällen nur mit Dosissteigerung von Medikamenten reagieren kann, die ganz offensichtlich auch bisher schon nicht in der Lage waren, einer rückfallfreien Heilung näher zu kommen.

Um Missverständnissen vorzubeugen: es geht hier nicht darum, die „Schulmedizin“ herab zu würdigen und Ayurveda, Homöopathie oder Osteopathie zu glorifizieren! Es geht vielmehr darum, kritisch (und selbstkritisch!) die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen jeder einzelnen Behandlungsmethode in den Blick zu nehmen. Im Idealfall geht es also darum, ein rational begründbares und erfahrungsgestütztes „Sowohl – als – auch“ zu praktizieren mit dem einzigen Ziel, möglichst nebenwirkungsarm und sicher einer Heilung näher zu kommen, die diesen Namen tatsächlich verdient. Das ist ein hoher Anspruch im Zusammenhang mit chronischen Krankheiten; und ohne Zweifel setzt das empathische und erfahrene Behandler ebenso voraus wie mündige Patienten, die ihren eigenen Teil auf dem Weg zu Gesundung bewusst und konsequent beitragen. Ein Raum des Gelingens möchte das RoSana sein!