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ROSANA HOMÖOPATHIE

Dr. Google auf dem Vormarsch…

Es geschah vor 3 Jahren – ich machte einen Spaziergang vor der Praxis und mir begegneten zwei junge Menschen, die nebeneinander in das Handy tippten und sich nicht ansahen. Ich fragte, was sie machten: „Siehst Du doch, wir chatten“. “Mit wem chattet Ihr denn”, fragte ich weiter – „mit einander siehst Du doch“.

Offengestanden war ich überfordert, verblüfft und besorgt – mittlerweile setzte das Paar seinen Weg fort und ich versuchte die neuen Wege des Miteinander zu verstehen.

14 Tage später kam ein junger Patient, 20 Jahre, mit Akne und einem offenbar schon lange bestehenden Husten (er hielt seinen Brustkorb beim Husten) und fragte mich, ob ich ihm helfen könne. Antibiotika helfen schon lange nicht mehr und nach Dr. Google sei er schon tot…

Wie er das meine, fragte ich: Ja ich habe wohl eine COPD und da hilft ja sowieso nichts. Der Hintergrund war eine Neurodermitis, die mit Zinksalbe behandelt einen quälenden Husten mit Atemnot bei körperlicher Anstrengung hervorgebracht hat – und nun benutzte er ein Spray zur Linderung der Atemnot und das Antibiotikum habe er selbst nach dem 3. Versuch abgesetzt, da ihm immer schlecht davon wurde.

Ich empfahl eine ausführliche 1-2 stündige Anamnese, um den Krankheitsäußerungen auf den Grund gehen zu können. Er bedankte sich für mein Angebot, zog es aber vor noch ein bisschen im Internet zu recherchieren. Aktuell recherchieren wohl die Hälfte aller Bundesbürger im Internet nach oder auch vor dem Arztbesuch im Internet: Was verbirgt sich hinter meiner Diagnose, warum habe ich diese oder jene Beschwerden, und was kann ich selbst tun?

Es gibt Listen der TOP 50 meistgesuchten Krankheiten und für jede Erkrankung unendlich viele Seiten, die mehr oder weniger autorisiert auf Ursache, Symptome und Prognose einer Erkrankung eingehen. Was hinterlässt die Recherche? Dem oben erwähnten Patienten die Gewissheit, er sei schon tot. Bei vielen hinterlässt es eine größere Unsicherheit.

 

Wenn Dr. Google den Arztbesuch zur Gänze ersetzen soll, wird es gefährlich

 

Was soll der blutrote Urin, warum habe ich plötzlich eine Beule in der Leiste, und der ewige Schmerz im Rücken? Das Internet ist ein schwarzer Spiegel, hinter dem sich alles verbirgt. Je tiefer wir in ihn hineinschauen desto unwahrscheinlicher, dass wir wissender hervortreten. Es ist ein Spiegel, der Geschichten der anderen erzählt, nicht aber hilft, sich Selbst zu erkennen und auch nicht sagt, ob es schon zu spät für einen Arztbesuch ist.