Sitkari Pranayama – eine kühlende Atemübung für heiße Sommertage
An heißen Sommertagen suchen wir ganz selbstverständlich nach Abkühlung: ein schattiger Platz unter Bäumen, ein Spaziergang am Wasser oder eine leichte Brise auf der Haut. Doch auch unser Atem kann uns dabei unterstützen, einen Moment der Frische und Ruhe zu finden. Im Yoga gibt es eine besondere kühlende Atemtechnik, die genau dafür genutzt wird: Sitkari Pranayama, auch als kühlender Atem bekannt.
Im Yoga kennen wir verschiedene Atemübungen, die wir als Pranayama bezeichnen. Je nach Technik können sie aktivierend, ausgleichend, beruhigend oder kühlend wirken. Heute möchte ich Ihnen Sitkari Pranayama vorstellen – eine der wenigen Atemübungen, bei denen wir durch den Mund einatmen.
Gerade an warmen Sommertagen empfinde ich diese Übung als besonders angenehm. Aus ayurvedischer Sicht kann sie dabei unterstützen, die Hitze des Sommers auszugleichen und das Pitta-Dosha zu beruhigen.
So praktizieren Sie Sitkari Pranayama
Nehmen Sie einen aufrechten und zugleich entspannten Sitz ein. Lassen Sie Schultern, Gesicht und Kiefer locker werden.
Ziehen Sie nun die Mundwinkel leicht nach hinten, ähnlich wie bei einem sanften Lächeln. Die Zähne bleiben dabei minimal geöffnet. Die Zungenspitze kann hinter den oberen Schneidezähnen am Gaumen liegen. Alternativ können Sie die Zunge auch ganz entspannt im Mundraum ruhen lassen.
Atmen Sie nun langsam durch die leicht geöffneten Zähne ein. Dabei entsteht ein sanftes zischendes Geräusch. Anschließend schließen Sie den Mund und atmen ruhig und gleichmäßig durch die Nase wieder aus.
Die eingeatmete Luft strömt über die feuchten Schleimhäute im Mundraum und kann dadurch einen angenehm kühlenden Effekt erzeugen.
Wiederholen Sie die Übung fünf bis zehn Atemzüge lang.
Welche Wirkung hat Sitkari Pranayama?
Nehmen Sie sich nach der Übung einen Moment Zeit zum Nachspüren.
Wie fühlt sich Ihr Mundraum an? Können Sie eine leichte Frische oder Kühle wahrnehmen? Wie fühlen sich Kopf, Gesicht und Ihr gesamter Körper an?
Oft zeigt sich die Wirkung besonders deutlich, wenn wir nach den Atemzügen noch einen Augenblick ruhig sitzen bleiben und bewusst beobachten, was sich verändert hat.
Wann Sie Sitkari Pranayama besser pausieren sollten
Bei starkem Pollenflug oder sehr staubiger Luft empfehle ich, auf Sitkari Pranayama zu verzichten. Da die Einatmung über den Mund erfolgt, kann die natürliche Filterfunktion der Nase in diesem Moment nicht wirken.
Vielleicht möchten Sie diese Atemübung an einem warmen Sommertag einmal ausprobieren. Oft genügen schon wenige Minuten, um einen Moment der Erfrischung und des Innehaltens zu erleben.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Praktizieren und viele Momente der Ruhe und Frische an warmen Sommertagen.






