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Philosophie

Meine Reise als Mutter und wie wir die Quarantäne meistern

Ich wurde mit 24 Jahren in Indien verheiratet. Zu der Zeit arbeitete ich als Ayush Amtsärztin. Ein Jahr später stellte ich überglücklich fest, dass ich schwanger bin. Ich war jedoch absolut nicht vorbereitet auf das, was da so schnell auf mich zukam.

Zur gleichen Zeit erhielt ich die Ergebnisse meiner Bewerbung zum Masterstudium in Ayurveda, welche ich bundesweit als Sechstbeste abgeschlossen hatte. Ich war so glücklich meinen Traum verwirklichen zu dürfen, jedoch machten mir verschiedene persönliche Gründe zu diesem Zeitpunkt einen Strich durch die Rechnung.

Im Jahre 2010 wurde meine Tochter geboren und ich fühlte, wie das starke und süße Band zwischen Mutter und Tochter langsam wuchs. Plötzlich die ganze Nacht wach zu bleiben, um mich um mein weinendes Baby zu kümmern oder die Koliken durchzustehen war eine neue Erfahrung und Herausforderung für mich. Mein Mann konnte mir aufgrund seiner Geschäftsreisen nicht die erhoffte Unterstützung sein. Gott sei Dank hatte ich aber meine Mutter und andere Verwandte, die mir eine große Hilfe waren.

Ich gewöhnte mich langsam an die neue Erfahrung, Mutter zu sein. Auch wenn es schwer ist, körperlich und geistig dauernd müde zu sein und sich ständig -wie alle Mütter- zu fragen, wie ich der Kleinen die beste Mutter sein kann und was wohl das Beste für sie ist. Da sie aber so ein liebes, süßes Kind ist, sorgte sie schnell dafür, neues Licht in mein Leben zu bringen, sodass ich meine Schmerzen und Ängste vergaß.

Als sie 3 war, zogen wir nach Deutschland. Es war sehr aufregend, als wir in München ankamen, aber auch eine große Herausforderung, die neuen Eindrücke und Erfahrungen zu verarbeiten und ganz auf sich allein gestellt zu sein. Plötzlich hatte ich keine Familie oder Freunde um mich, mit denen ich meine Eindrücke oder Gefühle teilen konnte und die ich um Rat fragen konnte. Es dauerte einige Monate, mich einzuleben und an die andere Lebensweise zu gewöhnen. Ich begann, Deutsch zu lernen, da ich überzeugt davon war, dass dies ein Muss ist, um sich richtig eingliedern zu können.

Es waren schwere Zeiten für mich in diesem neuen Leben in einem neuen Land, aber eines Tages hatte ich die Gelegenheit, Dr. Prabha Burkhard kennenzulernen. Sie erzählte mir vom RoSana. Bevor ich mich jedoch dort bewerben konnte, erfuhr ich, dass ich wieder schwanger war. Leider verlor ich mein Kind in der 8. Schwangerschaftswoche. Ich bekam Depressionen und dachte, ich sei ein Versager. Ich wurde emotional und körperlich immer schwächer.

Ich ging für einige Zeit zurück nach Indien, um Zeit mit meiner Mutter zu verbringen und kam mit neuer Hoffnung und dem Willen, mein Leben voranzutreiben zurück. Sobald ich zurück war, bewarb ich mich im RoSana und hatte das Glück eine Stelle zu bekommen. Langsam bekam ich meine innere Ruhe wieder und versuchte, meine Karriere hier zu beginnen… erfuhr jedoch nach 2 Monaten, dass ich wieder schwanger war! Ich war überglücklich! Ich bin dem RoSana sehr dankbar, dass sie mich – obwohl ich neu war – die ganze Zeit unterstützten und es mir möglich machten, meine Stelle dort zu behalten und flexible Stunden zu arbeiten.

Mein zweites Kind ist ein Junge, geboren 2015. Die ersten Monate erhielt ich Hilfe von meinen Verwandten, die mich in Deutschland besuchten. Diesmal gelang es mir viel schneller, zurecht zu kommen. Schließlich war ich bereits daran gewöhnt. Ich kann mich noch erinnern, dass meine 5-jährige Tochter ihrem Bruder vorsang, um ihn zum Einschlafen zu bringen. Sie liebt es, Ihrer Mutter zu helfen und für Ihren Bruder da zu sein.

Jetzt ist unser Zuhause überfüllt mit Spielsachen, Zeichnungen an den Wänden und auf meinem Laptop. Es ist immer laut, nie still und auch wenn überall das Chaos herrscht, gibt es überall Liebe und Lachen um uns herum. Es ist ein Segen, die beiden zu haben und ich liebe sie über alles.

Und wie gehe ich jetzt mit diesen Zeiten während des Lockdowns um?

Während der Corona Zeit habe ich die Möglichkeit, viel wertvolle gemeinsame Zeit mit meinen Kindern zu verbringen.

Wir beginnen unseren Tag morgens mit Sonnengrüßen, eine Abfolge von bestimmten Yogahaltungen, dann haben wir Spaß beim gemeinsamen Kochen. Mein Sohn liebt es Chapatis, indische Fladenbrote, zu rollen, Knoblauch zu schälen und am allerliebsten sieht er mir dabei zu, wie ich die vielen verschiedenen Gewürze zum Kochen verwende.

Meine Tochter misst gerne die Mengen beim Backen ab und hilft mir andere Dinge rund ums Haus zu organisieren. Viel Spaß hatten wir auch dabei, unsere Blumentöpfe bunt anzumalen und Samen im Garten zu pflanzen. Es hat die Kinder sehr beeindruckt dabei zuzusehen, wie die kleinen von Ihnen selbst eingegrabenen Samen langsam wuchsen und durch die Erde schauten.

Während sie im Garten spielten, habe ich Artikel geschrieben oder gelesen.

Abends singen und summen wir hingebungsvolle Mantras – heilsame Gesänge auf Sanskrit – während wir kleine Öllampen an unserem Hausaltar anzünden. Im Anschluss wird gemeinsam gegessen und natürlich werden auch ab und zu lustige Familienfilme am Wochenende zusammen angesehen oder wir tanzen zusammen im Rhythmus der Musik.

Dr. Sharmili Mehar Madishetty (B.A.M.S)
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